Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 8, August 2026

Vorbemerkungen zur August-Ausgabe von literaturkritik.de
Von Redaktion literaturkritik.de

Schwerpunkt: Kultur im öffentlich-rechtlichen Rundfunk

Fünf Minuten für E. T. A. Hoffmann
Literaturkritik im Radio wird immer mehr zur Serviceleistung: Kurz und knapp, kaum differenziert. Marketingagenturen greifen immer stärker in redaktionelle Entscheidungen ein und durch Synergieeffekte wird die Anzahl der Rezensionen begrenzt
Von Herbert Hoven

Durchgeheult und durchgeschwitzt
Filmkritik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk geht selten über eine Servicefunktion hinaus in die fundierte Analyse. Begünstigt durch das PR-Instrument ‚Starinterview‘ ist die Trennlinie zwischen Vermarktung und Rezension häufig unscharf
Von Sigrid Fischer

„Im Tatort muss in den ersten fünf Minuten eine Leiche auftauchen“
Von der Lust und dem Frust des Drehbuchschreibens. Ein Interview mit Volker A. Zahn
Von Herbert Hoven

Science Light
Wissenschaftsjournalismus im öffentlich-rechtlichen Rundfunk
Von Anton Argus

Wie ich beinahe ein berühmter Literaturkritiker geworden wäre
Eine Anekdote zur Würdigung im Rezensionsbetrieb
Von Herbert Hoven

Jubiläen und Gedenktage

Jubiläums-Nachtrag: 350. Todestag von Paul Gerhardt
Der Theologe und Musikwissenschaftler Christian Bunners hat sich auf die Spuren des Kirchenliederdichters gemacht
Von Manfred Orlick

Zum Tod von Monika Helfer

Bertolt Brechts vielfältige Notizbücher dienten als Archiv für seine Ideen, Werkentwürfe und alltäglichen Notizen
Zum 70. Todestag Brechts hat der Suhrkamp Verlag Band 8 der Edition seiner Notizbücher veröffentlicht
Von Manfred Orlick

Erinnerung an eine Schullektüre
Anlässlich des 350. Todestages von Grimmelshausen veröffentlicht der Anaconda Verlag seinen bekannten Schelmenroman
Von Manfred Orlick

Zum Tod des Kulturwissenschaftlers Helmut Lethen: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Zum Tod von Péter Nádas: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Kultur-und Medienwissenschaft

Erfahrungen stoßen uns nicht einfach zu
Fritz Breithaupt setzt sich in „Einmal, Zweimal, Keinmal“ mit Kulturtechniken der Kognition auseinander. Allerdings bleiben einige Fragen offen
Von Hermann Rotermund

Taschenbuchgeschichten
Jörg Döring und Morten Paul legen mit „Als die Geisteswissenschaften populär waren” einen Band vor, in dem die Erfolgsgeschichte einzelner Taschenbücher erkenntnisreich dargestellt wird
Von Günther Fetzer

Zum Tod von Péter Nádas: aus dem Archiv von literaturkritik.de

Über Geschmack lässt sich nicht streiten – oder doch?
Ulrich Raulff widmet sich in „Wie es euch gefällt: Eine Geschichte des Geschmacks“ dem faszinierenden Phänomen des guten Geschmacks: Was macht dieses flüchtige Gut eigentlich aus?
Von Monika Grosche

Entstanden, um zu bleiben?
Silvana Condemi und François Savatier schildern kompakt und informativ die „Entdeckung einer neuen Menschenart“
Von Jörg Füllgrabe

Editionen und Neuauflagen

Der Mann hinter den Masken: Eribon auf den Spuren Michel Foucaults
Die erweiterte Neuausgabe von Didier Eribons Biographie zeigt, wie aus einem verletzlichen, widersprüchlichen Menschen einer der einflussreichsten Denker des 20. Jahrhunderts wurde
Von Sebastian Meißner

Mit hohem Anrecht wiederentdeckt
Emil Belzners „Marschieren – nicht träumen“ dürfte in der Romanliteratur zum 1. Weltkrieg seinesgleichen nicht finden
Von Günter Helmes

Geistesgrößen aus der Nähe gesehen
Die Neuausgabe von „Menschen, denen ich begegnete“ veranlasst zu der Frage: Wer war eigentlich Wilhelm Herzog, der Autor dieser sehr persönlichen Porträtsammlung?
Von Nora Eckert

Menschen können lästig sein
Colettes “Wie Hund und Katze” sammelt unterhaltsame Geschichten um Kiki la Doucette und Toby
Von Walter Delabar

Präzise, zeitlos, aktuell
„Gedankenstrahlen“ – Maria Lazars Erzählungen und Shortstories aus dem Exil erweisen sich als ungemein aktuell
Von Helmut Sturm

Melvilles „Moby-Dick“ in der definitiven Übersetzungsfassung von Friedhelm Rathjen

Deutschsprachige Literatur

Ein Aufruf zur Solidarität
Lena Gorelik eröffnet mit „Alle meine Mütter“ einen Wahrnehmungsraum, der ganz unterschiedliche Formen der Mutterschaft sichtbar macht
Von Mila Mantaj

Schweigend ins Gespräch vertieft
Judith Hermanns Roman „Ich möchte zurückgehen in der Zeit“ eröffnet Wege ins „Kommunikative Unbewusste“
Von Britta Caspers

Keine Schwäche zeigen
In „Königin der Nacht“ begibt sich Lukas Bärfuss auf die Spuren seiner Kindheit und entdeckt die Frau, die seine Mutter war
Von Miriam Seidler

Flaneur auf polnischem Boden
Leander Steinkopf legt mit „Café Amatorska“ eine leise, tiefgründige Novelle vor
Von Michael Fassel

Aufstand in der Provinz
Stephan Thomes Roman „Besser als nie“ setzt sich mit Traditionspflege in der Provinz auseinander
Von Peter Mohr

Viele bunte Leinwände mit Titeln
In ihrem Roman „Mein ganzes Leben, Öl auf Leinwand, ohne Titel“ beleuchtet Alena Schröder mit humorvollem Ernst eine Vielzahl typisierter Charaktere
Von Anne Amend-Söchting

Ein Feuerwerk der Fantasie
In „Qwert“ besinnt sich Walter Moers auf seine früheren Erfolgsrezepte
Von Stefan Neuhaus

Gegen Vergessen und Verdrängen
Geraldine Oetken begibt sich in „Frieda“ auf die kräftezehrende Suche nach ihrer Urgroßtante
Von Peter Mohr

Feuer auf allen Seiten
Daniel Donskoy stellt sich in „Brennen“ Identitätsfragen, aktuellen Traumata und innerer Zerrissenheit
Von Nele König

Macho mit Gefühl
Michael Kleebergs artifizieller Roman „Achilles in Taormina“ zeigt Ernest Hemingway als Mensch
Von Peter Mohr

Ein Tagebuch sucht die Öffentlichkeit
Die Journalistin und Schriftstellerin Gabriele von Arnim legt mit „Abschied leben“ ihr Tagebuch eines Zeitgefühls vor
Von Karl Bellenberg

Das Schweigen der Väter
Dieter Bongartz gelingt in seinem Roman „Vaterland“ ein furioses, psychologisch dichtes Porträt seiner Herkunftsfamilie und der deutschen Nachkriegsgesellschaft
Von Monika Grosche

Dahinter steckt immer ein kluger Kopf
Der österreichische Schriftsteller Michael Köhlmeier räsoniert in „Das Gute. 53 Zuneigungen” klug, wissensreich und beredsam und belegt, dass die Liebe zum Menschen mit der Selbstliebe beginnt
Von Nora Eckert

Akzent macht den Unterschied
Johanna Sebauer spielt in ihrem Roman „Popóm“ raffiniert mit dem Doppelgänger-Motiv
Von Peter Mohr

Zwischen den Fronten
In Sabine Hofmanns Kriminalroman „Weiße Westen, schwarze Nächte“ legt sich eine Meisterdiebin mit Geheimdiensten aus Ost und West an
Von Dietmar Jacobsen

Lyrikdebüt ohne Allüren
In „Exit Pan“ beweist die Schauspielerin Dörte Lyssewski eine sensible Sprachkönnerschaft
Von Konstantin Ames

Von der Notwendigkeit des Erzählens
Kerstin Hensel legt mit „Abendgruß“ zwei kunstvoll kontrastierende Erzählungen über beschädigte Lebensgeschichten vor
Von Werner Jung

Fremdsprachige Literatur

Angela und Alexander – ein ungleiches Paar
Julia Wongs „Zur anderen Seite des Ozeans” erzählt davon, wie Wissbegierde und Freiheitsdrang eines zwölfjährigen Mädchens von Alexander von Humboldt angestachelt werden
Von Mechthild Hesse

Liebe in Zeiten des Kapitalismus
Die dänische Autorin Asta Olivia Nordenhof arbeitet in ihrer Romanserie „Scandinavian Star“ ein teuflisches Verbrechen literarisch fulminant auf
Von Beat Mazenauer

Schreiben zwischen Ordnung und Überschreitung
Elena Ferrante berichtet in ihren Poetikvorlesungen „An den Rändern“ von der Suche nach einer eigenen Stimme und erklärt ihr Schaffen als Zusammenspiel zweier unterschiedlicher Schreibweisen
Von Gerrit Althüser

Morde als Argumente
In „Zorn der Verlierer“ ermitteln Kostas Charitos und seine Mitstreiter im Universitätsmilieu von Athen
Von Dietmar Jacobsen

Leben in einer Diktatur
Dan Ivan erzählt in „Meile 23“ eindringlich, aber auch voller Witz vom Donaudelta im Rumänien der 1980er-Jahre
Von Manfred Roth

Sie kann „sehen“
Nanami Kamons Horrorroman „Der Schrein“ verrät viel über japanische Geisterkultur
Von Lisette Gebhardt

Der Abgrund von Chişinău
Der moldauische Autor Iulian Ciocan karikiert mit seinem Roman „Die Königin der Kelche” die Gesellschaft seines Landes
Von Anke Pfeifer

Das Europa der andern
Die marokkanisch-niederländische Autorin Safae el Khannoussi blickt in „Oroppa“ aus südlicher Perspektive auf den alten Kontinent
Von Beat Mazenauer

Literaturwissenschaft

Goethes Werk als Denkraum
Gustav Seibts „Ein Sommer mit Goethe“ zeigt, warum große Literatur nicht erklärt, sondern immer wieder neu gelesen werden will
Von Umit Yilmaz

Geschichte von Möglichkeiten
Steffen Martus legt mit „Erzählte Welt“ eine Literaturgeschichte der Gegenwart vor
Von Werner Jung

Die Sache mit dem Pferd und andere Geschichten
Raimund Schulz holt in „Odysseus. Mythos und Wahrheit“ dessen schillernde Gestalt in unsere Gegenwart
Von Michael Braun

ChatGPT oder Freiheit
Die Beiträge des von Dieter Borchmeyer herausgegebenen Sammelbands „Der künstliche Mensch“ sind ausnahmslos instruktiv
Von Rolf Löchel

Der Geschmack der Madeleine
Ungeachtet einiger schwacher Beiträge ist Andrea Susanne Stancus und Ioana Constantins Sammelband „Ein Fest für die Sinne“ insgesamt zu empfehlen
Von Rolf Löchel

Günter Rinke untersucht in „Ansichten einer Revolution“ die literarischen Reaktionen auf die Novemberrevolution 1918/19

Philosophie, Politik, Geschichte

Rubine aus Glas
In „Träume aus Feuer“ erzählt Florien Illies die Geschichte vom Aufstieg und Fall des Alchemisten Johannes Kunckel
Von Dietmar Jacobsen

Hauen und Schlagen im Bild
Thomas Kaufmann begibt sich auf die Spuren des Bauernkrieges als „Medienereignis“
Von Jörg Füllgrabe

„Pädagogik ist das allgemeine Stekkenpferd unsers Zeitalters“
Ein Sammelband rückt den bedeutenden Schulmann und Schulreformer Friedrich Gedike (1754-1803) ins Rampenlicht
Von Günter Helmes

Viel Lärm um wenig?
Ein von Jürgen Mackert und Ilan Pappe herausgegebener fragwürdiger Sammelband widmet sich dem „Paradigma des Siedlerkolonialismus“
Von Franz Sz. Horváth

Schopenhauer als Umweltschützer?
Die Abhandlungen im 106. Band des „Schopenhauer-Jahrbuchs“ zeugen wie nicht anders zu erwarten von einer intimen Kenntnis der Philosophie des Weltverneiners
Von Rolf Löchel

Das Erschreckendste ist nicht das Ende, sondern wie vertraut der Anfang wirkt
Katja Hoyer macht „Weimar“ zu einer ebenso packenden wie unbequemen Lektüre über Menschen, Entscheidungen und die Zerbrechlichkeit demokratischer Gesellschaften
Von Silvio Barta

Max Becks Studie „Philosophieren im Exil“ untersucht erstmals vergleichend, welche Rolle die Exilerfahrung nach 1933 für den Logischen Empirismus und die Kritische Theorie spielte

Kunst

Ein von Tobias Loitsch und Alexandra Hildebrandt herausgegebener Band über „Architektur im Wandel nachhaltiger Entwicklungen“

Verschiedenes