Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 3, März 2026
Thomas Mann und das Geld
Nach 128 Jahren geht die wahrscheinlich profitabelste Vertragsbeziehung zwischen einem belletristischen Autor und einem Verlag in der Geschichte des deutschen Buchhandels zu Ende
Von Christian Schwandt
Über Bücher sprechen
Volker Ladenthins und Werner Zilligs Dialog über „Die Zukunft des Buches“ verschenkt Potential
Von Michael Duszat
Dauerhafter Krisenmodus
In seiner historisch-komparatistischen Studie „Beeinflussungsapparate“ zeigt Gunnar Schmidt eine kulturgeschichtliche Topografie des Medienwahns
Von Sebastian Meißner
Die Eloquenz unseres Essens zu Beginn des neuen Jahrtausends
Markus Kügle möchte in „Audio-Visuelle Tropen“ mittels Bezug auf sprachliche Figuren die Rhetorik von Dokumentarfilmen über Ernährung offenlegen, scheitert dabei jedoch an eigenen rhetorischen Schwächen
Von Martin Janda
Hannah Huber legt eine Monographie zur narrativen und medienkulturellen Bedeutung des Smartphones in der Gegenwartsliteratur vor
Zum Tod von Jürgen Habermas
Auch aus dem Archiv von literaturkritik.de
Von Thomas Anz
Zum Tod von Alexander Kluge: aus dem Archiv von literaturkritik.de
Ein großer Geschichtenerzähler
Am 17. März wurde vor 100 Jahren der Schriftsteller Siegfried Lenz geboren
Von Peter Mohr
Die Verbundenheit von Siegfried Lenz zu Schleswig Holstein
Maren Ermisch zeichnet in „Vertraute Nähe“ die enge Verbindung zwischen Leben und Werk des großen Erzählers nach
Von Manfred Orlick
Siegfried Lenz – der Dichter des Nordens
Zu seinem 100. Geburtstag sind zwei Lesebücher erschienen, die seine Verbundenheit zu Norddeutschland zeigen
Von Manfred Orlick
Zum 100. Geburtstag von Siegfried Lenz: aus dem Archiv von literaturkritik.de
Immer mitgemischt
Zum Tod des Schriftstellers Peter Schneider
Von Peter Mohr
Geschichten aus der Löwenstadt
Vor 100 Jahren wurde am 24. Februar der Schriftsteller Erich Loest geboren
Von Peter Mohr
Das deutsche Menschheitsverbrechen an den Juden und Jüdinnen
Die unter dem Titel „Es wartet doch so viel auf mich…“ erschienenen Tagebücher der in Auschwitz ermordeten Jüdin Ruth Maier sollten Pflichtlektüre nicht nur, aber gerade aller Deutschen sein
Von Rolf Löchel
Liebe auf den zweiten Blick
Wie ein Märchen von Hannah Arendt seine Kraft entfaltet
Von Peer Jürgens
Wortmeldungen eines Autors von Weltrang, dem im US-amerikanischen Exil seine Leserschaft abhandengekommen war
Der unter anderem von Bernhard Veitenheimer herausgegebene Band „Essays und Publizistik“ sammelt Heinrich Manns literarische und politische Werke der Jahre 1940 bis 1950
Von Horst Schmidt
Wo Worte überdauern
Selma Meerbaum-Eisingers „Blütenlese“ zwischen Rezeptionsgeschichte und digitaler Gegenwart
Von Natalia Blum-Barth
Romane vom jüngeren Bruder – der erste Band der Romane Carl Hauptmanns in einer Werkausgabe
An Brüssel gescheitert
Robert Menasses Novelle „Die Lebensentscheidung“ mündet in einer Mutter-Sohn-Tragödie
Von Peter Mohr
Mutter sein und Mutter bleiben
Die literarische Verarbeitung von Verlust und Mutterschaft in Pina Kührs „Ein Kind ist ein ganzes Leben“
Von Monique Angelique Schulz
So politisch war das Private
In seinem letzten Roman „Die Frau an der Bushaltestelle“ rechnet Peter Schneider noch einmal mit seiner Generation, den Achtundsechzigern, ab
Von Günter Rinke
Unter Pessimisten und Naiven
Mit „Die Reise ans Ende der Geschichte“ legt Kristof Magnusson einen nicht nur heiteren, sondern auch höchst aktuellen Roman vor
Von Dietmar Jacobsen
Abgesang auf das Himmelreich
Frank Goosens Roman „Lovely Rita“ überzeugt mit Charakter(en)
Von Peter Mohr
Krimispannung und Gefühlswirrwarr an der Förde
Mit „Fahrensodde Tod“ setzt Frank-Peter Hansen seine Krimireihe um zwei Flensburger Ermittler fort
Von Günter Rinke
Angetrieben vom Geschichtsbedürfnis im Raum des Schweigens
In „Eine Chance ist ein höchstens spatzengroßer Vogel“ lässt Yulia Marfutova auf irritierende und wortgewandte Weise die Mäuse erzählen
Von Lena Sophie Voß
Milieustudie im Krimi
In seinem zweiten Kriminalroman „Saubermann“ schickt Christof Burkard seinen Ermittler Blum in die Fleischindustrie
Von Michael Fassel
Wenn Dichtung und Fotografie sich verbünden
Dem Komponisten und Lyriker Manos Tsangaris ist zusammen mit dem Fotografen Stefan Kraus ein faszinierendes Sprach-Bild-Experiment in Buchform gelungen, das den Titel „riss“ produktiv konterkariert
Von Nora Eckert
„Ex oriente lux“
Horst Samsons neuer Gedichtband „Vom Auftauchen und Verschwinden der Landschaft“
Von Waldemar Fromm
Romolog und romunizieren
Peter Wawerzineks neues Rom-Buch „Rom sehen und nicht sterben“ erzählt von Krankheit, Liebe und Neuanfängen
Von Werner Jung
Zwischen Ebbe und Farbe
Marlies Blauths „das Rot eines kühlen Montags“ erscheint als leise Widerrede gegen das Grau der Gegenwart
Von Florian Birnmeyer
Schwesternzwist ohne viel Tiefgang
Julia Holbes Roman „Man müsste versuchen, glücklich zu sein“ widmet sich familiärem Ballast und dem Versuch, alte Konflikte unter Geschwistern zu klären – doch leider bleibt die Umsetzung recht oberflächlich
Von Monika Grosche
Sehen machen
Martina Clavadetscher erschafft in ihrem Roman „Die Schrecken der anderen“ ein gesellschaftliches Mikro-Panorama der Schweiz
Von Britta Caspers
Der Erzählband „Das Glück ist ein launischer Vogel“ von Katja Hachenberg spürt der Launenhaftigkeit des Schicksals nach
Erzählen und Nachdenken über das Erinnern
Julian Barnes’ „Abschiede“ ist ein zugleich äußerst ehrlicher wie (selbst-)ironischer Text über Realität und Fiktion am Ende eines langen Schriftstellerlebens
Von Mechthild Hesse
Fragmentierte Erinnerung und narrative Verfremdung im Roman
Victoria Amelinas „Ein Zuhause für Dom“ ist ein einfühlsames und dichtes Vermächtnis
Von Natalia Blum-Barth
Reparierendes Erzählen
Carla Bessas Roman „tage leben“ erinnert an zwei Entführungen in Brasilien und verarbeitet ein kollektives Trauma
Von Martina Kopf
Bauwerke und Schleifen
Michal Ajvaz’ Roman „Passagen unter Glas“ offenbart phantastische Bildwelten
Von Hermann Rotermund
Pop Art, Popos und Polizisten im Florenz der Spätrenaissance
Laurent Binets historischer Kunstkrimi ‚Perspektiven‘ schlägt über die Stränge
Von Bernd Blaschke
Ein Spiel um Einsamkeit und Liebe
Mit „Dear Professor Romance“ hat der US-amerikanische Autor Mark SaFranko einen äußerst aktuellen Roman über Beziehungsstress im digitalen Zeitalter geschrieben
Von Dietmar Jacobsen
Himmel oder Hölle
Dorota Masłowska erzählt nicht von dem, was der deutsche Titel ihres Romans verspricht: „Im Paradies“
Von Karl-Josef Müller
Schreibend allein
Siri Hustvedts „Ghost Stories“ zum Abschied von ihrem Mann
Von Tilman Urbach
Dem „Forum Vormärz Forschung“ geht auch im 30. Jahr der Stoff nicht aus
Vielfältige Aspekte einer spannenden Zeit im Band „Alltagskultur im Vormärz“
Von Petra Brixel
Alles über die japanischen Abjekte
Der Band „Abjekte Weiblichkeit. Transgressive Inszenierungen des Körpers in der Literatur von Kôno Taeko, Kirino Natsuo und Kanehara Hitomi“ – ein Beispiel für japanbezogene Gender Studies
Von Lisette Gebhardt
Ohne Sympathie für den Gegenstand
Herbert Kraft gibt in „Vom uneigentlichen Leben“ einen Überblick über Leben und Werke Ferdinand von Saars – und mehr auch nicht
Von Karin S. Wozonig
Selbst Aristoteles ist nicht sakrosankt
Nach rund 850 Jahren hat Helga Köhler das „Megalogicon“ Johannes’ von Salisbury als Erste ins Deutsche übersetzt
Von Rolf Löchel
Werk oder Leben – Friedhelm Rathjen porträtiert irische Autoren der Moderne und Nachmoderne
Paula Böndels „Der lange Blick zurück“ analysiert die Werke von Maeve Brennan
Von Redaktion literaturkritik.de
Schwieriges Terrain
Rebecca Solnit schreibt mit „Umwege“ Essays für unsere Zeit
Von Nikolai Preuschoff
Gralsgemeinschaft, Erlösungspathos und wie Bayreuth nebenbei auch die deutsche Nation baute
Wer Bayreuth als Musikfest liest, liest die falsche Partitur – Bernd Buchner zeigt in „Wagners Welttheater“, dass hier stets auch ein anderes Stück lief
Von Silvio Barta
Moderne Freiheit und Umweltzerstörung
Sunil Amrith erzählt in „Brennende Erde“ die Globalgeschichte der letzten 500 Jahre als Geschichte der Nutzbarmachung und Vernichtung von Natur
Von Gerrit Althüser
Ein Philosoph provoziert
Richard David Precht sieht in „Angststillstand” die Meinungsfreiheit als bedroht an
Von Thorsten Paprotny
Modernität und Demokratie
Der Sammelband „Die Modernität von 1848/49“ eröffnet Zugänge zur Revolution von 1848 – und damit zur Gegenwart
Von Detlev Mares
Fremde Reden im eigenen Kopf?
Daniel Staders „Unmündigkeit. Kant und die soziale Dynamik der Aufklärung“ zeigt, dass Vorurteile und Vormünder uns so lange regieren müssen, bis wir beschließen, selbst denken zu wollen
Von Heinrich Bosse
Wenn du ein Organ wärst, welches wärst du dann?
Giulia Enders erkennt in ihrem Buch „Organisch“ Zusammenhänge zwischen menschlichen Organen und Familienmitgliedern
Von Christina Lange
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