Inhaltsverzeichnis der Ausgabe Nr. 11, November 2025

Schwerpunkt: Heimat und Zugehörigkeit

Trügerische Traditionen mit Blauschleier
In „Heimat“ erzählt Hannah Lühmann realitätsnah und packend von der Verführbarkeit einer knapp 40-jährigen Frau
Von Anne Amend-Söchting

Zwischen Mah-Jongg und Mao
In „Blume Vollmond“ erzählt die chinesische Autorin Fang Fang erneut von der Wirkung gesellschaftlicher Umbrüche auf den Einzelnen
Von Dietmar Jacobsen

Rätsel des Lebens: Kolumne von Dirk Kaesler und Stefanie von Wietersheim

Woher weißt Du, was ich lesen wollte?
Warum die KI unheimlich schlau ist
Von Dirk Kaesler und Stefanie von Wietersheim

Jubiläen und Gedenktage

Vom Provinzler zu einem Lieblingsdichter der Deutschen
Zum 200. Todestag von Jean Paul
Von Manfred Orlick

Bisher unbekannte Liebesbriefe von Anna Seghers veröffentlicht
Eine Neuerscheinung zum 125. Geburtstag der Schriftstellerin
Von Manfred Orlick

Das Ruhrgebiet – mehr als nur der ‚schöne Süden‘!
,Rassenhygiene‘ und Abwasserbeseitigung formen zwei Landschaften. Ein Umweltkrimi
Von Lina Schröder

Das Leben – eine Versuchsstrecke, die Literatur – ein Probierfeld
Dieter Wellershoff zum 100. Geburtstag
Von Werner Jung

Goethes Ankunft in Weimar vor 250 Jahren
Matthias Gretzschel zu dem Jubiläum
Von Manfred Orlick

Editionen und Neuauflagen

Gelungene Kombination von Hörbuch und Buch
Abschluss der Gottfried Keller-Edition
Von Manfred Orlick

Einstiegslektüren
Vicki Baums Werkauswahl ist hilfreich - mit Einschränkungen
Von Walter Delabar

Deutschsprachige Literatur

Destruktion und Archivierung
In ihrem lesenswerten Roman „Am Samstag gehen die Mädchen in den Wald und jagen Sachen in die Luft“ erzählt Fiona Sironic von dem schwierigen Unterfangen, Räume des Privaten zurückzuerobern
Von Anne Amend-Söchting

Mit Lust und Schrecken wiederentdeckt
Miku Sophie Kühmel verliebt sich in die Geschichte von Hannah Höch und verrät dabei viel über unsere Gegenwart
Von Christine Frank

Lorcans Reisen
Christoph Ransmayrs Alter Ego reist in „Egal wohin, Baby“ auf außergewöhnliche Weise um die Welt
Von Thorsten Paprotny

Lars, der E-Sportprofi?
Folge 20 „Gamingfieber“ der Hörspielreihe „Kira Kolumna“ zeigt eindrücklich die Herausforderungen großen beruflichen Ehrgeizes
Von Elena Hoch

Nach Homer
Ulrike Draesners postepisches Reiseabenteuer schickt Penelope: Ja, wohin eigentlich?
Von Michael Braun

Modernes Matriarchat in der Mainmetropole
Christiane Benders Romandebut „Miquelallee 1979“ ist ein gelungener Rückblick auf das akademische Milieu und das Zeitgefühl der späten 1970er Jahre
Von Ulrich Breth

Gepäck für die Liebe
Valery Tscheplanowa hat mit „Ist es Liebe“ einen eindringlichen Roman über den Alltag eines Paares geschrieben
Von Peter Mohr

Blick zurück nach vorn
Iris Wolffs neuer Roman bringt Licht in die Geschichte Mitteleuropas
Von Helmut Sturm

Literarische Kammermusik
Peter Stamms Erzählungen wandeln „Auf ganz dünnem Eis“
Von Peter Mohr

Zwischen zwei Welten
Auch in Andreas Pflügers aktuellem Thriller „Kälter“ dominiert wieder eine starke Frau
Von Dietmar Jacobsen

Poetische Improvisation
Annette Pehnt tritt in „Die Umarmung des Materials“ in einen poetischen Dialog mit dem Musiker und Zeichner Harald Kimmig
Von Beat Mazenauer

Ein Vademecum durchs „Bauhaus“ der Zeiten
Alexander Kluge stellt einen neuartigen Bilderatlas vor
Von Ulrich Klappstein

Kammerspiel von Klamotte, Kram und Krempel
Eva Demski erzählt „Die Sache mit den Sachen“
Von Helmut Sturm

Wahrheiten hinter der Wahrheit
Ralf Rothmann legt im „Museum der Einsamkeit“ neun romanhafte Kurzgeschichten vor
Von Werner Jung

Fremdsprachige Literatur

Tagebuchaufzeichnungen als Verfallsgeschichte
Annie Ernaux porträtiert ungeschönt ihre an Demenz erkrankte Mutter
Von Michael Fassel

Verwandt und Verschwiegen
Sylvain Prudhomme hat mit „Der Junge im Taxi“ einen empathischen Familienroman gegen Ungerechtigkeit geschrieben
Von Metin Buz

Schwule Liebe - die übliche Beziehungskiste?
Pier Vittorio Tondellis Roman „Getrennte Räume“ bringt uns zurück in die späten 1980er Jahre, in der die Liebe keinen Unterschied macht, wer wen liebt – denn sie bleibt so kompliziert wie sie schon immer war
Von Nora Eckert

August bis November 1938
Die Vorgeschichte des „Volkszorns“ vom November 1938 als Graphic Novel – Kann das funktionieren?
Von Walter Delabar

Irgendwo dazugehören
Johan Harstads Roman „Unter dem Pflaster liegt der Strand“ führt in Fantasiewelten – und verführt dahin
Von Werner Jung

Lebensmodelle mit Verfallsdatum
Sayaka Murata demontiert mit „Schwindende Welt“ den Glauben an die Gültigkeit sozialer Normen und intimster Überzeugungen
Von Lisette Gebhardt

Weltpanorama
Thomas Pynchons neuer Roman „Schattennummer“
Von Tilman Urbach

Moby-Dick; oder: Der Wal
Melvilles „Moby-Dick“ in der Ur-Übersetzung von Friedhelm Rathjen
Von Friedhelm Rathjen

Literaturwissenschaft

Der Anfang ist gemacht
Ulrich Schmid hat eine umfassende und überzeugende „Ukrainische Literaturgeschichte“ in deutscher Sprache herausgegeben
Von Daniel Henseler

Ambivalente Chronistin der Gegenwart
Der von Necia Chronister, Sonja E. Klocke und Lars Richter herausgegebene englischsprachige Sammelband „Juli Zeh. A Critical Companion“ wirft einen bilanzierenden Blick auf die Autorin
Von Thomas Merklinger

Im Exil in Sanary-sur-Mer 1933
Florian Illies über die Familie Mann
Von Günther Rüther

Bergauf beschleunigen
Jörg Magenau hat in „Die Kunst der Zustimmung” Autorfahrten mit Martin Walser gesammelt
Von Michael Braun

Kafkas Träume ließen ihn nicht schlafen
Isolde Schiffermüller versucht mit „Kafkas Träume oder ‚die Arbeit der langen Nacht’” einen neuen Blick
Von Thorsten Schulte

Literarisches Sprachdenken
Stephanie Blums Aufsatzband „Sprachkritik und Sprachzweifel in der österreichischen Literatur“ gibt einen gelungenen Einblick in die Sprachreflexion österreichischer Autor:innen von 1945 bis in die Gegenwart
Von Benjamin Bühler

Frauen als Mittel zum Zweck
Der Sammelband „Kafkas Schwestern“ bietet Besseres, als seine Einleitung befürchten lässt
Von Rolf Löchel

Beim Häuten des Œuvres
Das „Günter Grass Handbuch“ von Christoph Jürgensen und Michael Scheffel erschließt Leben, Werk und Wirkung des Nobelpreisträgers mit philologischer Präzision und Vollständigkeit
Von Ulrich Klappstein

Einer der wichtigsten Bühnenautoren der Weimarer Republik
Veronika Schuchter hat eine erste umfangreiche deutschsprachige Biografie über Ernst Toller vorgelegt
Von Manfred Orlick

Romantik in der neuen Ausgabe von „Flandziu“

Kultur- und Medienwissenschaft

100 Jahre Übermenschen
Markus Dichmann fasst mit „Boooom!!!“ die wunderbare Geschichte der Superhelden-Comics in ein Buch
Von Walter Delabar

Wie Kafka vielleicht gekocht hätte
Eva Gritzmann und Denis Scheck geben Elise Starkers fleischloses Reformrezeptbuch unter dem Titel „Kafkas Kochbuch“ für unsere zeitgenössische vegetarische Küche heraus
Von Thomas Merklinger

Die Peripherien der Weltlyrik
Der Wuppertaler Literaturwissenschaftler Rüdiger Zymner hat seine vierbändige „Globalgeschichte der Lyrik“ abgeschlossen
Von Ulrich Klappstein

Philosophie, Politik und Geschichte

Aristoteles als Schlüssel zur Wirklichkeit
In „Das Sein zurückgewinnen” zeigt der Philosoph Gerhard Stamer nachvollziehbar, wie überraschend aktuell die Meta-Physik des Aristoteles für die Bewusstwerdung von Erkenntnisgewinnung ist
Von Sebastian Meißner

Plötzlicher Zustand kollektiver Wachheit
Furio Jesi interpretiert den „Spartakus“-Aufstand von 1919 als überhistorisches Ereignis
Von Günter Rinke

Heinrich Bosse über Lebensverhältnisse in Livland des 18. Jahrhunderts und die Anfänge des Dichters Jacob Lenz
Mit Recherchen zum Pfarrhaus und zur Schule in Dorpat unter russischer Herrschaft
Von Rüdiger Scholz

Vom Versuch, eine Mitte zu finden
Mit „Stoische Gangarten“ zieht Helmut Lethen eine intellektuelle Bilanz
Von Günter Rinke