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Alfred Schlicht schrieb uns am 26.07.2020
Thema: Torsten Gellner: "Man isst hier sehr gut!"
Über das lange unterschätzte Phänomen der Kulinarik im dramatischen Werk Vicco von Bülows, der am 12. 11. seinen 80. Geburtstag feiert

Stilfragen, so glaubte ich, seien bei Loriot gut aufgehoben. Und dann wurde ich ausgerechnet in der 'Benimmschule' herb enttäuscht. Dort wurde ein Château Lafite serviert. Allerdings aus einer Flasche, die grundsätzlich nie zur Verwendung kommt für einen Bordeaux, der immer in der typischen 'Bordelaise' kommt. Nun ist der Château Lafite kein besonders elitaerer Wein - es gibt ihn auch bereits in deutschen Supermaerkten. Deshalb hätte man wissen können, dass die verwendete Flasche ein Stilbruch ist. Die deutschen Spiesser, Schickimickis und Schnoesel wissen das natuerlich nicht [Ich persönlich kann und will mir aber nicht vorstellen, dass Loriot so etwas nicht wusste]. Ich darf dies mit einem Loriotzitat kommentieren: "So etwas kann vorkommen, aber es darf nicht vorkommen."
Dr. Schlicht

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Luise F. Pusch schrieb uns am 23.06.2020
Thema: Rolf Löchel: Erinnerungen für die Zukunft
Florence Hervés Band „Mit Mut und List“ stellt 75 Frauen aus dem europäischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus vor

Lieber Herr Löchel, danke für diese schöne Rezension; ich habe sie über Facebook und Twitter verbreitet und werde mir das Buch besorgen. Bei FemBio findet sich ein Special über 36 Widerstandskämpferinnen (überwiegend gegen die Nazi-Diktatur, aber auch gegen andere Diktaturen):
https://www.fembio.org/biographie.php/frau/specials/widerstandskmpferinnen/
Herzlich,
Luise F. Pusch

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Galina Hristeva schrieb uns am 21.06.2020
Thema: Rolf Löchel: Erinnerungen für die Zukunft
Florence Hervés Band „Mit Mut und List“ stellt 75 Frauen aus dem europäischen Widerstand gegen den Nationalsozialismus vor

Sehr geehrter Herr Löchel,

vielen Dank für die interessante Rezension. Verweisen möchte ich in diesem Zusammenhang auf das vor wenigen Wochen erschienene Buch von Peter Finkelgruen „Soweit er Jude war...": Moritat von der Bewältigung des Widerstandes. Das Buch wurde von Finkelgruen bereits 1981 geschrieben, aber erst jetzt auf www.hagalil.com und anschließend im Verlag „Books on Demand“ von Roland Kaufhold, Andrea Livnat und Nadine Englhart herausgegeben:

https://www.amazon.de/Soweit-Jude-war-Bew%C3%A4ltigung-Widerstandes/dp/3752812362

Man findet in diesem Buch auch eine ausführliche Würdigung Gertrud Kochs, geschrieben von Roland Kaufhold.

Mit freundlichen
Grüßen,

Galina Hristeva

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Klaus Müller-Salget schrieb uns am 25.04.2020 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Bernd Dammann: Wer sich ungern an Fakten erinnern lassen möchte, will sie lieber selbst neu erfinden
Eine Replik zu dem Beitrag von Sabine Koloch über „Germanistik, Politik und das generationsübergreifende Projekt ‚Vergangenheitsbewältigung‘. Peter Schütts Diskussionsbeitrag für ‚Die Welt‘ 1966“

Ich muss gestehen, dass die von Herrn Dammann mitgeteilten Fakten mir nicht bekannt waren. Ich habe mich an das gehalten, was bei der seinerzeitigen Kampagne herausgekommen ist. Moser hat damals übrigens öffentlich und umfassend Stellung genommen (was man freilich nur im "Bonner Generalanzeiger" nachlesen konnte und in der "Zeit" totgeschwiegen wurde).
Im Netz habe ich nun einen Spruchkammerbescheid vom 11.3.1948 gefunden, demzufolge Mosers "Karriere" etwas anders verlaufen ist, als es den Daten nach scheint (muss nicht unbedingt stimmen), er aber jedenfalls wegen seiner Arbeiten über die Sathmarer Schwaben von NS-Seite heftig angegriffen worden ist und ihm diese Tätigkeit schließlich unmöglich gemacht wurde (Ausschluss
aus dem Verein für das Deutschtum im Ausland). -
Die Relativität solcher Spruchkammer-Bescheide ist mir bewusst. Es geht mir aber darum, ob Moser als Wissenschaftler eine NS-Vergangenheit gehabt hat (so wie z. B. Fritz Martini oder Wolfgang Kayser)und das war offenbar nicht der Fall, - weswegen ja die Kampagne eben 'im Sande verlaufen' ist.

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Dr. Bernd Dammann schrieb uns am 25.04.2020 als Antwort auf einen Leserbrief
Thema: Re: Bernd Dammann: Wer sich ungern an Fakten erinnern lassen möchte, will sie lieber selbst neu erfinden
Eine Replik zu dem Beitrag von Sabine Koloch über „Germanistik, Politik und das generationsübergreifende Projekt ‚Vergangenheitsbewältigung‘. Peter Schütts Diskussionsbeitrag für ‚Die Welt‘ 1966“

Prof. Dr. Klaus Müller-Salget hält mir in der Frage nach der NS-Belastung des Bonner Altgermanisten Prof. Dr. Hugo Moser (1909-1989) „gedankenlose Nachplapperei“ vor. Ich verweise deswegen auf den bald 20 Jahre alten und inzwischen als allgemein bekannt vorauszusetzenden  biographischen Forschungsstand:
In Band 2 des ‚Internationalen Germanistenlexikons‘ (IGL, Berlin 2003) wird im Eintrag zu Hugo Moser unter ‚Lebensumstände‘ festgehalten:
1. „Juli 1933 Eintritt in den Stahlhelm“
2. seit „Februar 1934 Mitglied der SA“
3. seit „Mai 1934 Mitglied im NS-Lehrerbund (NSLB)“. (S. 1263).
Prof. Müller-Salget hält diesen vor allem der beruflichen Karriere
dienlichen politischen Opportunismus gegenüber dem NS-System, den Hugo Moser bis zum bitteren Ende 1945 stramm durchgehalten hat, offenbar für eine lässliche Jugendsünde.

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Prof. Dr. Klaus Müller-Salget schrieb uns am 24.04.2020
Thema: Bernd Dammann: Wer sich ungern an Fakten erinnern lassen möchte, will sie lieber selbst neu erfinden
Eine Replik zu dem Beitrag von Sabine Koloch über „Germanistik, Politik und das generationsübergreifende Projekt ‚Vergangenheitsbewältigung‘. Peter Schütts Diskussionsbeitrag für ‚Die Welt‘ 1966“

Bernd Dammann teilt mit, die Kampagne gegen den Bonner Altgermanisten Hugo Moser (1964)sei letztlich 'im Sande verlaufen'. Es wäre schön gewesen, wenn er auch mitgeteilt hätte, warum das so war: Weil nämlich Walter Boehlichs Vorwürfe und Unterstellungen sich allesamt als null und nichtig erwiesen haben. Als das auch der Redaktion der "Zeit" (unter Boehlichs Freund Rudolf Walter Leonhardt) klar wurde, hat man sich nicht etwa zu einer Gegendarstellung und einer Entschuldigung aufgerafft, sondern den Fokus verschoben, indem man nun über die Aberkennung der Ehrendoktorwürde Thomas Manns von Seiten der Universität Bonn im Jahre 1936 berichtete. Wenig beschlagene Kollegen in den USA wollten nun auch das noch Hugo Moser in die Schuhe schieben (der damals Gymnasiallehrer in Stuttgart war) und "Die Zeit" ist sich wahrhaftig nicht zu schade gewesen, auch diesen Unsinn als Leserbrief zu veröffentlichen: Ein Beispiel für miserablen Journalismus.
Dass Dammann in seiner Darstellung der Studentenrevolte von 1968 (literaturkritik.de vom Juli 2018) Hugo Moser als "NS-belasteten Germanistik-Professor" aufführt, zeugt von gedankenloser Nachplapperei einer vor mehr als einem halben Jahrhundert widerlegten Denunziation.

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Erhard Schuemmelfeder schrieb uns am 07.04.2020
Thema: Jonas Heß: Lesen in der Corona-Krise – Teil 3
Dokumentation eines Anfangs: Paolo Giordano arbeitet den Beginn der Corona-Krise in Italien auf

Geld verdienen an der Coroa-Krise?

Zwei Wochen nach Verhängung des Ausnahmezustandes im Zusammenhang mit der weltweiten Corona-Krise legt der junge italienischer Autor Paolo Giordana nun ehrgeizig ein als Ebook im Rowohlt-Verlag erscheinendes Werk mit dem vielversprechenden Titel "In den Zeiten der Ansteckung" vor. Die Krise ist noch nicht beendet, wird aber schon intellektuell reflektiert, verarbeitet und mit nützlichen Ratschlägen an Betroffene und allgemein Interessierte auf dem Buchmarkt verkauft. Nie zuvor in der Geschichte der Menschheit wurde bei einer Krise schneller geschrieben, unter Leistungshochdruck ins Deutsche übersetzt und umsatzorientierter  veröffentlicht. Über die Kultursender des Fensehens
ließ der Verlag schleunigst verkünden, die Druckversion dieses bedeutsamen Meisterwerkes liege in vierzehn Tagen vor und könne in jeder Buchhandlung bezogen werden. Da hatten einige Schlauberger es sehr, sehr eilig, sich bei den Profiteuren der Corona-Pandemie einzreihen. - Clever? Nein, eher peinlich. Ach Leute, ich ziehe das seriöse, von Gabriel Garcia Marquez verfasste Buch "Die Liebe in den Zeiten der Cholera" doch vor.

Erhard Schümmelfeder

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Dr. Markus Joch schrieb uns am 05.04.2020
Thema: Wieland Schwanebeck: Alles über Allen
Woody Allen zieht „Ganz nebenbei“ seine Lebensbilanz

Kenntnisreich, differenziert und nüchtern, gut geschrieben sowieso  - die vielleicht beste der Allen-Rezensionen.

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Klaus Müller-Salget schrieb uns am 19.03.2020
Thema: Michael Fassel: Innovative Zugänge zu den Texten Thomas Manns
Der Sammelband „Mann_lichkeiten“ von Julian Reidy und Ariane Totzke setzt in der Thomas-Mann-Forschung neue Akzente

Die Hagenströms (in "Buddenbrooks") sind keine "jüdische Familie". Hinrich Hagenström hat eine (in der Tat mit antisemitischen Klischees gezeichnete) Jüdin aus Frankfurt geheiratet. Die Kinder Moritz, Hermann und Julchen sind also 'Halbjuden'.

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Wolfgang Weber schrieb uns am 03.03.2020
Thema: Lothar Struck: Die Zumutungen der Kunst
Eine Replik auf Mario Wiesmanns Ausführungen über die Legitimation des Literaturnobelpreises an Peter Handke

Lieber Herr Struck,
Ihren Essay zu dem Text von Mario Wiesmann unterstütze ich voll und ganz. Die Tatsache, dass die Kritiker, um nicht zu sagen Hetzer gegen Peter Handke sich fast nie mit seinen Texten konkret auseinandersetzen, sondern diese nur wie die Inquisitoren und Pfaffen des Mittelalters auf der Kanzel mit ihrem Titel aufrufen und, wenn überhaupt, dann nur falsch und fälschend daraus zitieren, um sie als Teufelswerk mit dem Bannfluch zu belegen; diese Tatsache zeigt, dass es ihnen überhaupt nicht  um das literarische Werk des Nobelpreisträgers geht, sondern um seine politische Haltung gegenüber der Aufspaltung Jugoslawiens und den daraus folgenden Kriegen der 1990er Jahre auf dem Balkan.
Hetze und Verleumdungen sind dabei umso
wütender, als mit dieser politischen Haltung Handke als Dichter es gelungen war, tatsächlich ein sehr poetisches Bild von den Landschaften des Balkans und seiner armen Bevölkerung zu schaffen. Letztere hat sich plötzlich als Spielball imperialistischer Großmächte und ihrer lokalen Handlanger aus gewiss nicht paradiesischen, aber friedlichen und einigermaßen erträglichen Verhältnissen gerisssen gesehen und sich in der Hölle von Bruderkriegen und brutaler Ausbeutung wiedergefunden.
Keiner dieser Kleinststaaten ist lebensfähig, alle hängen sie als verlängerte Werkbanken von vor allem deutschen, österreichischen oder französischen Großkonzernen am Tropf von Großmächten und der EU, immer das Damoklesschwert eines Absturzes in noch größeres soziales Elend über den Köpfen, der jederzeit durch Diktate der EU (wie im Falle Griechenlands), durch eine weltweite Rezession und Finanzkrise ausgelöst werden kann.
Peter Handke hat sich gegen die üblen Hetzkampagnen in den Medien und Intellektuellenkreisen Europas mit seinen eingeschlägigen literarischen Texten klar und standhaft positioniert, und zwar nicht nur auf Seiten der serbischen, sondern auf Seiten der gesamten einfachen Bevölkerung des Balkans gegen die Machenschaften der Großmächte und der mikro-nationalistischen, mafiosen Eliten Kroatiens, Sloweniens, Serbiens, des Kosovo, Montenegros, Bosniens usw. usw.
Für diese Haltung verdient er größte Hochachtung und Unterstützung!
Ich möchte Ihnen gerne einen Artikel empfehlen, der dies detaillierter ausführt und begründet:
http://https://www.wsws.org/de/articles/2019/12/07/hand-d07.html
Beste Grüße
Wolfgang Weber

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